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„Ein Ring, ſie zu knechten,

                       ſie alle zu finden,

             ins Dunkel zu treiben

                        und ewig zu binden.“


       Den epochalen Vierzeiler aus Tolkiens „Herr der Ringe“
         kennen wohl die Meisten. Er ist auch so etwas wie ein Leit-
       spruch der ehrenamtlichen Helfer des Vereinsrings Höchst.
       Glauben Sie nicht? Doch. Denn wer diesem Kreis den kleinen
       Finger reicht, wird hinübergezogen in eine Welt, in der vieles
       anders ist. Aber nicht alles.

       Natürlich tut es weh, am frühen Morgen Zelte oder
         Absperrungen aufzubauen, wenn sich die Karnickel am
       Höchster Mainufer noch den Schlaf aus den Augen reiben,
       und es ist auch nicht immer spaßig, noch zu später Stunde
       und im Eiltempo etwas abbauen zu müssen, weil der Platz
       schon für den nächsten Programmpunkt gebraucht wird
       oder das Material an anderer Stelle benötigt wird.

       Aber, und das mag nicht jeder glauben, es macht Spaß.
       Es macht Spaß, das größte Frankfurter Stadtteilfest auf die
       Beine zu stellen, das nicht von Hauptamtlichen organisiert
       wird wie die „Dippemess“ oder das Museumsuferfest,
         sondern von Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit, mit Herzblut
       und auch manchem blauen Fleck. Schlaf bekommen die
       Helfer des Vereinsrings Höchst in den Schlossfestwochen
       selten, dafür Rückenschmerzen. „Fest ausschuss“ nennen
       sie sich stolz, die Frauen und Männer zwischen „ganz jung“
       und „ganz alt“, aber Ausschuss, also reif fürs Alteisen, ist
       keiner von ihnen, denn es gibt für jeden etwas zu tun.
       Manche sind seit Jahrzehnten dabei, andere haben erst
       kurz vor der Corona-Pandemie angefangen. Manche sind
       technik-affin und bauen Bühnen und Tanzböden auf und
       verkabeln die Welt, andere leben ihre Kreativität beim
         Blumenstecken oder an Tischdekorationen aus oder beim
       Kehren konzentrischer Halbkreise mit dem Reisigbesen.
       Wieder andere haben zwei linke Hände, können aber gut
       planen und organisieren, pflegen Kontakte zu Sponsoren
       oder tauchen ein in die bunte Welt der Schausteller auf
       dem Kerbeplatz, wo ebenfalls viele Probleme zu lösen
       sind, bevor die Lichter angehen, das erste Karussell ruckt
       und das Fest beginnen kann.
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